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Sindarin

Aus Ardapedia

Elbisch

Das Sindarin ist die Sprache der Elben von Beleriand.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Externe Geschichte

Im kreativen Schaffen des jungen Tolkien war eines Tages ein Punkt erreicht, an dem er eine eigene Sprache zu entwickeln gedachte, die Walisisch bzw. Keltisch in Klang und Gefühl widerspiegelt. Die Entwicklung dieser Sprache lässt sich grob in drei Stufen aufteilen:

[Bearbeiten] Goldogrin

• Von 1917 an war Goldogrin oder I-Lam na-Ngoldathon (die Sprache der Gnome oder Noldor) die erste Form dieser Sprache, die er in einer ausführlichen Wortliste sowie einer Grammatik festhielt (veröffentlicht in Parma Eldalamberon). Einige dieser Wörter sind zu finden im "Buch der verschollenen Geschichten".

Beispiel: Ôni cailthi a·mabwid glen irtha - he pressed a kiss upon her slender hands.

[Bearbeiten] Noldorin

• In den 30er Jahren nun, als Tolkien am "Herrn der Ringe" arbeitete, hatte sich diese Sprache weiterentwickelt zu Noldorin; die Geschichte sah noch immer vor, dass dies die Sprache der Noldor sei, die sie aus Valinor nach Mittelerde gebracht hatten. Das späte Noldorin ist am besten in den Etymologies überliefert, einer historischen Wortliste, die Tolkien während seiner Arbeit an "Der Herr der Ringe" anlegte und die in Band V der "History of Middle-earth" ("The Lost Road & Other Writings") veröffentlicht wurde (bislang ohne deutsche Übersetzung).

Beispiel: Lheben teil brann i annon ar neledh neledhi gar godrebh - Fünf Fuß hoch ist die Tür und drei nebeneinander können hindurch.

[Bearbeiten] Sindarin

• Gegen Ende der Arbeit am Herrn der Ringe änderte Tolkien die Hintergrundgeschichte seiner Sprachen grundlegend, und die "keltische" Gemeinsprache der Elben hieß nun nicht mehr Noldorin sondern Sindarin, und es war nicht länger die Sprache jener, die nach Mittelerde zurückkamen, sondern jener, die Mittelerde nie verlassen hatten. Sindarin nahm somit nun den Platz von Ilkorin ein, was bis auf wenige übernommene Wörter im archaischen Nordsindarin-Dialekt völlig verworfen wurde. Tolkien bezog sich später mehrfach auf das Sindarin im Herrn der Ringe, denn obgleich dies währenddessen eigentlich Noldorin gewesen war, waren die Veränderungen vergleichsweise gering, die Tolkien von der einen zur anderen Sprache vorgenommen hatte, und in den in Der Herr der Ringe belegten Formen ist quasi keine, die sich nicht voll und ganz auch in Tolkiens späteren Konzeptionen des Sindarin nachvollziehen lassen würde. Da der Unterschied so gering war, dass nur wenige Lautveränderungen durchgeführt werden mussten, stellt "Etymologies" auch für Sindarin die wichtigste Wortliste dar.

Beispiel: Naur an edraith ammen! Naur dan i ngaurhoth! - Feuer zu unserem Schutze! Feuer gegen die Werwolf-Horde!

[Bearbeiten] Interne Geschichte

Die interne Geschichte des Sindarin ist im Einzelnen nicht attestiert, aber aus den späten post-HdR-Unterlagen Tolkiens (wie das Silmarillion) und früheren Konzepten aus der Zeit des Goldogrin und Noldorin lässt sich folgendes Bild mehr oder minder deutlich herauslesen:

Die Stämme hatten sich getrennt, und die allgemeine Sprache der Teleri änderte sich in Valinor kaum. In Mittelerde aber hatten sich schon bald verschiedene Dialekte entwickelt, die allesamt die gemeinsame Herkunft zwar erahnbar machten, aber nur wenige wussten wohl, dass man vor nicht allzu langer Zeit zum Beispiel "Schwäne" noch alpai nannte (was man jenseits des Meeres noch immer tat), im Sindarin nun sagte man eilph. Es existierten wohl drei Hauptdialekte, der von der Küste (Falathrin), der der Mithrim aus dem Norden (Nord-Sindarin oder Mithrimin) und der von Doriath (Doriathrin). Während die Teleri früher gemeinsam wohl Wopentassē Arǭmeo ("die Geschichte von Oromë") gesagt hätten (in Valinor fast unverändert als einheitlich Vopentasse Arámeo), sagte man an der Küste Mittelerdes wohl Gobenthas Araumh, im Norden aber Gobentas Arum, in Doriath gar Gobenthas Aroma. Die Sprache hatte in Doriath teils recht eigene Wege genommen, war in mancher Hinsicht archaisch geblieben, während im Norden wieder andere Aspekte archaisch geblieben waren; dieser nördliche Dialekt war aber wohl näher an dem am weitesten veränderten, dem der Küste. Später, als die Noldor zurückkamen und Sindarin lernten, mag ihre Muttersprache Quenya ihren Anteil dazu geleistet haben, die archaischen Aspekte des Nordsindarin archaisch zu halten, denn viele Noldor waren aufgrund der geografischen Lage später die Hauptvertreter der Nordsindarin-Sprecher. Feanor selbst hat es nie geschafft mehr als den nördlichen Dialekt überhaupt kennen zu lernen.

Es ist nicht ganz klar, welchen Dialekt die Menschen sprachen, die nach Númenor auswanderten, aber auch hier muss sich zumindest später ein eigener Dialekt entwickelt haben. Die Vernichtung Beleriands aber überlebte nur der Dialekt der Küste, in Sprechern wie Círdan und bereits im zweiten Zeitalter verbreitete sich die Sprache im Nordwesten Mittelerdes, wurde zur allgemeinen Verkehrssprache (aber auch jetzt noch war die Sprache natürlich Veränderungen unterworfen, und der oben als Beispiel dienende fiktive Titel hätte bereits Gobenhas Araw > Gobennas Araw gelautet) und ist in der damaligen Form z. B. erhalten am Westtor von Moria: Ennyn Durin Aran Moria. Pedo mellon a minno. Im Narvi hain echant. Celebrimbor o Eregion teithant i thiw hin ("Die Tore von Durin, des Herrn von Moria. Sprich "Freund" und tritt ein. Narvi selbst baute sie. Celebrimbor aus Hulsten schrieb diese Zeichen").

Weiterhin entwickelten sich nun verschiedene Dialekte und während beim Sindarin der Noldor in Imladris beispielsweise ein deutlicher Quenya-Einfluss zu bemerken war, sprach man in Lothlórien und im Düsterwald vom Nandorin (die Sprache eines verwandten Teleri-Stammes) beeinflusste Dialekte; hier war z. B. laeg ("grün") zu schlichtem leg geworden (vgl. reines Laegolas [laeg golas - "grünes Laub"] mit waldländischem Legolas). Die Menschen in Gondor hatten wiederum ihre Eigenarten in der Benutzung mancher Wörter (erui ["allein"] benutzten sie für "erst[e/er/es]") wie auch in der Aussprache (Rohan für reines Rochan), und sie hatten teils ganz eigenes Vokabular (mirian und canath um zwei ihrer Münzen zu nennen). Des weiteren neigte Sindarin scheinbar immer mehr auch zu einer grammatischen Vereinfachung (z. B. neigen offenbar die Verben dazu ihre Vergangenheitsform später fast einheitlich einfach mittels der Endung -ant zu bilden, obwohl es ursprünglich viele verschiedene Verbklassen gegeben hatte, die diesen Aspekt teils sehr unterschiedlich behandelt hatten).

[Bearbeiten] Abschließender Vergleich

Sindarin ist also nicht gleich Sindarin, die aus dem Herrn der Ringe und anderen Werken Tolkiens so vielen bekannte Sprache war story-intern sowie story-extern vielen Veränderungen unterworfen.

Ein Satz wie "er erzählte von der Sprache der Noldor" hätte während des Schreibens des Herrn der Ringe zum Beispiel noch ho trenor o thlamb ngloeloeidh lauten können, während Tolkien in seinen späteren Tagen vermutlich etwas wie e trenor o lam gelydh geschrieben hätte.

Und auch in dieser späteren, den Interessierten verständlichen Version hätte quasi die Information verborgen gelegen, dass ein Beren Erchamion vermutlich eher e trenaur o lamb gœlydh gesagt hätte, die Enkel eines König Elessar vielleicht e trenerant o lam geledh.

[Bearbeiten] Links

  1. Eine sehr gelunge und ausführliche Seite mit Grammatik, Aussprache, Wortlisten, et cetera: www.sindarin.de

[Bearbeiten] Quellen

  • J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien.
    • Quenta Silmarillion,
      • Kapitel I: Vom Anbeginn der Tage.
      • Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië
      • Kapitel XIII:Von der Rückkehr der Noldor
      • Kapitel XV: Von den Noldor in Beleriand
  • J. R. R. Tolkien: Briefe. Brief #144, Brief #211, Brief #230, Brief #297, Brief #347, Brief #348.
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