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Gotische Sprache

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Die '''Gotische Sprache''' (Eigenbezeichnung: ''*gutiska razda'') ist eine von dem germanischen Stamm der Goten gesprochene ostgermanische Sprache und dank der so genannten Wulfilabibel die älteste uns überlieferte germanische Schriftsprache.
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Die '''Gotische Sprache''' ist eine vom germanischen Stamm der Goten gesprochene ostgermanische Sprache und dank der so genannten „Wulfilabibel“ aus dem 4. Jahrhundert die älteste schriftlich überlieferte germanische Sprache. Sie ist heute ausgestorben.
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Das Gotische unterscheidet sich von west- und nordgermanischen Sprachen v. a. durch den Erhalt der Nominativ Singular-Endung '''-s''': gotisch '''dags, gasts, sunus''' gegenüber althochdeutsch ''tag, gast, sunu'' oder altnordisch ''dagr, gestr, sunr''. Außerdem hat es als einzige Sprache eine ganze Reihe von archaischen Formen bewahrt (siehe: Grammatik, Verben, Archaismen). (Vgl. gotisch '''gasts''' und lateinisch ''hostis'').
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== Tolkien und Gotisch ==
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==Geschichte==
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[[J. R. R. Tolkien]] hielt als Englisch-Professor auch Vorlesungen zur Gotischen Sprache. Den ersten Kontakt mit dem Gotischen machte Tolkien, als er um 1910 einem Schulfreund eine Grammatik zur Gotischen Sprache abkaufte. Dabei handelte es sich um das von [[Joseph Wright]] verfasste Buch ''A Primer of the Gothic Language'', das 1892 in Oxford erschienen war.
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Im 4. Jahrhundert übersetzte der gotische Bischof Wulfila die Bibel ins Gotische (Wulfilabibel). Daneben gibt es nur wenige andere gotische Sprachzeugnisse, nämlich wenige [[Runen]]inschriften, die Skeireins (Bibelauslegungen), ein Bruchstück eines Kalenders und ostgotische Urkundenunterschriften aus dem 6. Jahrhundert.
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Nach dem Ende der gotischen Reiche (Ostgotenreich in Italien 493–555 und das Westgotenreich in Spanien 466–711) ging auch die gotische Sprache weitgehend verloren, wobei in Spanien bereits seit dem Übertritt der gotischen Herrenschicht (nur etwa 2–3% der Bevölkerung waren Goten) vom Arianismus zum Katholizismus und der damit einhergehenden Vermischung der verschiedenen Volksgruppen (Romanen, Goten, Sweben, romanisierte Kelten) unter König Rekkared I. (Regierungszeit von 586 bis 601) der Gebrauch der gotischen Sprache zugunsten der frühspanischen Umgangssprache zurückging.  
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Gotisch war die erste alte germanische Sprache, die Tolkien kennenlernte. In seinem Vortrag ''[[English and Welsh]]'' bezeichnete er sie auch als die erste Sprache, die ihn begeistert hatte. Tolkien war fasziniert von ihrer Schönheit. Er rekonstruierte gotische Wörter und schrieb „gotische“ Texte in Bücher. Ein Faksimile einer solchen Inschrift aus einem Exemplar von ''The Fifth Book of Thucydides'' ist in Tolkiens ''[[Briefe]]n'' unter Nr. 272 abgedruckt. Seinen Namen übertrug Tolkien ins Gotische als „Ruginwaldus Dwalakôneis“.
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Nur auf der Halbinsel Krim, bei dem dort zurückgebliebenen Teil der Ostgoten, den späteren Krimgoten, konnte sich das Krimgotische von der Einwanderung Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. bis um ca. 1800 halten, bevor es endgültig von der tatarischen Sprache verdrängt wurde. Umstritten sind Zusammenhänge der gotischen Sprache mit skandinavischen Sprachen, die in der Regel mit der in der gotischen Stammessage angegebenen Herkunft aus Südschweden (siehe Scandza) in Zusammenhang gebracht werden. Immerhin gibt es auffällige Ähnlichkeiten im Wortschatz des Schwedischen (insbesondere des auf Gotland gesprochenen Dialekts Gutamål) und des Gotischen, während das Gotische in morphologischer Hinsicht interessante Ähnlichkeiten zum Althochdeutschen zeigt.
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Gegenüber [[W. H. Auden]] erklärte er, dass er mit dieser Grammatik der Gotischen Sprache zum ersten mal eine Sprache aus rein ästhetischem Vergnügen gelernt hatte, völlig unabhängig von jeder Nützlichkeit und auch unabhängig von der üblichen Funktion einer Sprache als Transportmittel für Literatur. In einem Brief an seinen Sohn [[Christopher Tolkien|Christopher]] von 1969 nennt Tolkien Wrights Buch jedoch auch seinen Einstieg in die „Germanische Philologie“.
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==Textprobe==
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In der autorisierten Tolkien-Biographie berichtet [[Humphrey Carpenter]], dass Tolkien einmal im Debattierklub seiner Schule in der Rolle als „barbarischer Gesandter“ fließend Gotisch gesprochen habe.
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Atta unsar, þu in himinam,
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weihnai namô þein.
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=== Textprobe ===
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Qimai þiudinassus þeins.
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Das Vaterunser auf Gotisch:
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Waírþai wilja þeins,
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:''Atta unsar, þu in himinam, weihnai namo þein. Qimai þiudinassus þeins. Waírþai wilja þeins, swe in himina jah ana aírþai.''
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:''Hlaif unsarana þana sinteinan gif uns himma daga. Jah aflet uns þatei skulans sijaima, swaswe jah weis afletam þaim skulam unsaraim. Jah ni briggais uns in fraistubnjai, ak lausei uns af þamma ubilin.''
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:''Unte þeina ist þiudangardi jah mahts jah wulþus in aiwins.''
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swê in himina jah ana aírþai.
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Tolkiens Biograph Humphrey Carpenter erzählt von einem Besuch Tolkiens im Jahr 1952 bei seinem Bekannten [[George Sayer]]. Dort nahm Tolkien zum ersten Mal seine Stimme auf Tonband auf. Bevor er Ausschnitte aus dem Manuskript zum ''Herrn der Ringe'' las, sprach Tolkien die gotische Fassung des Vaterunser auf das Band, „um alle Teufel auszutreiben, die darin lauern mochten“, wie Carpenter schreibt.
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Hlaif unsarana þana sinteinan gif uns himma daga.
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=== Gotisch in Tolkiens Werken ===
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Jah aflêt uns þatei skulans sijaima,
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Christopher Tolkien weist in einer Anmerkung zu einem Text über die Urprünge der Rohirrim, abgedruckt in den ''[[Nachrichten aus Mittelerde]]'', darauf hin, dass Tolkien in seinen Geschichten von [[Arda]] ein paar gotische Namen verwendet. Es sind dies ''[[Marhari]]'' (von gotisch ''marh'' „Pferd“), ''[[Marhwini]]'' („Pferdefreund“), ''[[Vidugavia]]'' (latinisierte Schreibweise für gotisch ''Widugauja'' „Waldbewohner“) und ''[[Vidumavi]]'' (''Widumawi'' „Waldmädchen“). Bei diesen Figuren handelt es sich um [[Nordmenschen]], Vorfahren der [[Rohirrim]]. Weil Tolkien die Sprache der Rohirrim mit der [[Altenglische Sprache|Altenglischen]] wiedergibt, benutzt er für die Sprache ihrer Vorfahren die älteste überlieferte germanische Sprache, also Gotisch.
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swaswê jah weis aflêtam þaim skulam unsaraim.
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...
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''Ungefähre Übersetzung des "Vater Unser"''
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== Literatur ==
== Literatur ==
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* Wilhelm Braune: ''Gotische Grammatik.'' 20. Auflage, neu bearbeitet von Frank Heidermanns. Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Hauptreihe A, Bd 1. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2004ISBN 3-484-10852-5, ISBN 3-484-10850-9
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* Wilhelm Streitberg: ''Gotisches Elementarbuch''. Heidelberg 1900 u.ö.
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* Wilhelm Braune (Begr.), Frank Heidermanns (Bearb.): ''Gotische Grammatik.'' (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Hauptreihe A, Bd 1). 20. Auflage. Max Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-10852-5, ISBN 3-484-10850-9.
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* Fernand Mossé: ''Manuel de la langue gotique''. Paris 1942.
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* Wolfgang Krause: ''Handbuch des Gotischen.'' München 1968.
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* Wilhelm Streitberg: ''Die gotische Bibel''. Heidelberg 1965.
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* Fernand Mossé: ''Manuel de la langue gotique.'' Paris 1942.
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* Elfriede Stutz: ''Gotische Literaturdenkmäler''. Stuttgart 1966.
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* Christian T. Petersen: ''Gotica Minora.'' (urspr. Hanau) 2001 u.ö.
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* Wolfgang Krause: ''Handbuch des Gotischen''. München 1968.
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* Ernst Schulze: ''Gothisches Wörterbuch nebst Flexionslehre.'' Züllichau 1867 ([http://historical.library.cornell.edu/cgi-bin/cul.cdl/docviewer?did=cdl382 Digitalisat]).
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* Christian T. Petersen: ''Gotica Minora''. (urspr. Hanau) 2001 u.ö.  
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* Wilhelm Streitberg: ''Gotisches Elementarbuch.'' Heidelberg 1900 u.ö. ([http://www.wulfila.be/lib/streitberg/1920/ Faksimile]).
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* Wilhelm Streitberg: ''Die gotische Bibel.'' Heidelberg 1965.
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* Elfriede Stutz: ''Gotische Literaturdenkmäler.'' Stuttgart 1966.
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* Joseph Wright: ''Grammar of the Gothic Language.'' Oxford 1910 ([http://www.ling.upenn.edu/~kurisuto/germanic/goth_wright_about.html Faksimile]; spätere Fassung von ''A Primer of the Gothic Language'').
== Weblinks ==
== Weblinks ==
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* [http://de.wikipedia.org/wiki/Gotische_Sprache Eintrag zur gotischen Sprache in der Wikipedia]
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* [http://de.wikibooks.org/wiki/Gotisch Lern- und Lehrmaterialien zur gotischen Sprache bei Wikibooks]
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* [http://www.uni-klu.ac.at/eeo/Gotisch.pdf Eintrag zur gotischen Sprache in der Enzyklopädie des Europäischen Ostens]
* [http://www.wulfila.be Project Wulfila]
* [http://www.wulfila.be Project Wulfila]
* [http://www.gotica.de Gotische Miszellen]
* [http://www.gotica.de Gotische Miszellen]
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* [http://www.gotisch.de Ein kostenloser Gotischsprachkurs]
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* [http://www.gotisch.de Kostenloser Gotischsprachkurs in 9 Lektionen]
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* [http://www.reimar.de/gotisch.html Eine kommentierte Linksammlung zum Gotischen]
+
* [http://www.reimar.de/gotisch.html Kommentierte Linksammlung zum Gotischen]
-
* [http://www.wulfila.be/lib/streitberg/1920/ Das "Gotische Elementarbuch" von Wilhelm Streitberg im Faksimile]
+
-
* [http://pages.unibas.ch/klaphil/idg/performance/perform_text7.html Die Weihnachtsgeschichte, gelesen auf Gotisch]
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* [http://www.koeblergerhard.de/gotwbhin.html Gotisches Wörterbuch]
* [http://www.koeblergerhard.de/gotwbhin.html Gotisches Wörterbuch]
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{{Wikipedia}}
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== Quellen ==
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* [[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Briefe]].'' Ausgewählt und herausgegeben von [[Humphrey Carpenter]] mit der Hilfe von [[Christopher Tolkien]]. Übersetzt von [[Wolfgang Krege]]. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 1991. (Im Original erschienen 1981 unter dem Titel ''Letters of J. R. R. Tolkien''.)
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** Nr. 7 an das Wahlgremium für die Rawlinson- und Bosworth-Professur für Angelsächsisch, Universität Oxford (27. Juni 1925)
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** Nr. 163 an W. H. Auden (7. Juni 1955)
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** Nr. 272 an Zillah Sherring (20. Juli 1965)
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** Nr. 308 an Christopher Tolkien (2. Januar 1969).
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* J. R. R. Tolkien: ''[[English and Welsh]].'' In: ''[[The Monsters and the Critics and Other Essays]].''<!--In der deutschen Übersetzung ist der Aufsatz nicht enthalten.--> Herausgegeben von Christopher Tolkien. [[Allen & Unwin|George Allen & Unwin]], London 1983. S. 191/192.
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* J. R. R. Tolkien: ''[[Nachrichten aus Mittelerde]].'' Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von [[Hans J. Schütz]]. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel ''Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth''.) Dritter Teil: „Das Dritte Zeitalter“. II. „Cirion und Eorl und die Freundschaft von Gondor und Rohan“. Anmerkung 6.
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* Humphrey Carpenter: ''[[J.R.R. Tolkien: Eine Biographie]].'' Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1979. (Im Original erschienen 1977 unter dem Titel ''J.R.R. Tolkien: A Biography''.)
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** II. „1892–1916: Jugendjahre“. 4. „Der Club“.
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** VI. „1949–1966: Erfolg“. 2. „Das Tausend-Pfund-Risiko“.
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* Artikel ''Gotische Sprache.'' In: ''Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.'' Bearbeitungsstand: 29. Juli 2007, 09:41 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gotische_Sprache&oldid=34930984 (Abgerufen: 4. September 2007, 19:32 UTC).
[[Kategorie:Sprachen und Schriften]]
[[Kategorie:Sprachen und Schriften]]

Version vom 5. September 2007, 10:24 Uhr

Die Gotische Sprache ist eine vom germanischen Stamm der Goten gesprochene ostgermanische Sprache und dank der so genannten „Wulfilabibel“ aus dem 4. Jahrhundert die älteste schriftlich überlieferte germanische Sprache. Sie ist heute ausgestorben.

Inhaltsverzeichnis

Tolkien und Gotisch

J. R. R. Tolkien hielt als Englisch-Professor auch Vorlesungen zur Gotischen Sprache. Den ersten Kontakt mit dem Gotischen machte Tolkien, als er um 1910 einem Schulfreund eine Grammatik zur Gotischen Sprache abkaufte. Dabei handelte es sich um das von Joseph Wright verfasste Buch A Primer of the Gothic Language, das 1892 in Oxford erschienen war.

Gotisch war die erste alte germanische Sprache, die Tolkien kennenlernte. In seinem Vortrag English and Welsh bezeichnete er sie auch als die erste Sprache, die ihn begeistert hatte. Tolkien war fasziniert von ihrer Schönheit. Er rekonstruierte gotische Wörter und schrieb „gotische“ Texte in Bücher. Ein Faksimile einer solchen Inschrift aus einem Exemplar von The Fifth Book of Thucydides ist in Tolkiens Briefen unter Nr. 272 abgedruckt. Seinen Namen übertrug Tolkien ins Gotische als „Ruginwaldus Dwalakôneis“.

Gegenüber W. H. Auden erklärte er, dass er mit dieser Grammatik der Gotischen Sprache zum ersten mal eine Sprache aus rein ästhetischem Vergnügen gelernt hatte, völlig unabhängig von jeder Nützlichkeit und auch unabhängig von der üblichen Funktion einer Sprache als Transportmittel für Literatur. In einem Brief an seinen Sohn Christopher von 1969 nennt Tolkien Wrights Buch jedoch auch seinen Einstieg in die „Germanische Philologie“.

In der autorisierten Tolkien-Biographie berichtet Humphrey Carpenter, dass Tolkien einmal im Debattierklub seiner Schule in der Rolle als „barbarischer Gesandter“ fließend Gotisch gesprochen habe.

Textprobe

Das Vaterunser auf Gotisch:

Atta unsar, þu in himinam, weihnai namo þein. Qimai þiudinassus þeins. Waírþai wilja þeins, swe in himina jah ana aírþai.
Hlaif unsarana þana sinteinan gif uns himma daga. Jah aflet uns þatei skulans sijaima, swaswe jah weis afletam þaim skulam unsaraim. Jah ni briggais uns in fraistubnjai, ak lausei uns af þamma ubilin.
Unte þeina ist þiudangardi jah mahts jah wulþus in aiwins.

Tolkiens Biograph Humphrey Carpenter erzählt von einem Besuch Tolkiens im Jahr 1952 bei seinem Bekannten George Sayer. Dort nahm Tolkien zum ersten Mal seine Stimme auf Tonband auf. Bevor er Ausschnitte aus dem Manuskript zum Herrn der Ringe las, sprach Tolkien die gotische Fassung des Vaterunser auf das Band, „um alle Teufel auszutreiben, die darin lauern mochten“, wie Carpenter schreibt.

Gotisch in Tolkiens Werken

Christopher Tolkien weist in einer Anmerkung zu einem Text über die Urprünge der Rohirrim, abgedruckt in den Nachrichten aus Mittelerde, darauf hin, dass Tolkien in seinen Geschichten von Arda ein paar gotische Namen verwendet. Es sind dies Marhari (von gotisch marh „Pferd“), Marhwini („Pferdefreund“), Vidugavia (latinisierte Schreibweise für gotisch Widugauja „Waldbewohner“) und Vidumavi (Widumawi „Waldmädchen“). Bei diesen Figuren handelt es sich um Nordmenschen, Vorfahren der Rohirrim. Weil Tolkien die Sprache der Rohirrim mit der Altenglischen wiedergibt, benutzt er für die Sprache ihrer Vorfahren die älteste überlieferte germanische Sprache, also Gotisch.

Literatur

  • Wilhelm Braune (Begr.), Frank Heidermanns (Bearb.): Gotische Grammatik. (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Hauptreihe A, Bd 1). 20. Auflage. Max Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-10852-5, ISBN 3-484-10850-9.
  • Wolfgang Krause: Handbuch des Gotischen. München 1968.
  • Fernand Mossé: Manuel de la langue gotique. Paris 1942.
  • Christian T. Petersen: Gotica Minora. (urspr. Hanau) 2001 u.ö.
  • Ernst Schulze: Gothisches Wörterbuch nebst Flexionslehre. Züllichau 1867 (Digitalisat).
  • Wilhelm Streitberg: Gotisches Elementarbuch. Heidelberg 1900 u.ö. (Faksimile).
  • Wilhelm Streitberg: Die gotische Bibel. Heidelberg 1965.
  • Elfriede Stutz: Gotische Literaturdenkmäler. Stuttgart 1966.
  • Joseph Wright: Grammar of the Gothic Language. Oxford 1910 (Faksimile; spätere Fassung von A Primer of the Gothic Language).

Weblinks

Quellen

  • J. R. R. Tolkien: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Humphrey Carpenter mit der Hilfe von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1991. (Im Original erschienen 1981 unter dem Titel Letters of J. R. R. Tolkien.)
    • Nr. 7 an das Wahlgremium für die Rawlinson- und Bosworth-Professur für Angelsächsisch, Universität Oxford (27. Juni 1925)
    • Nr. 163 an W. H. Auden (7. Juni 1955)
    • Nr. 272 an Zillah Sherring (20. Juli 1965)
    • Nr. 308 an Christopher Tolkien (2. Januar 1969).
  • J. R. R. Tolkien: English and Welsh. In: The Monsters and the Critics and Other Essays. Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1983. S. 191/192.
  • J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Dritter Teil: „Das Dritte Zeitalter“. II. „Cirion und Eorl und die Freundschaft von Gondor und Rohan“. Anmerkung 6.
  • Humphrey Carpenter: J.R.R. Tolkien: Eine Biographie. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1979. (Im Original erschienen 1977 unter dem Titel J.R.R. Tolkien: A Biography.)
    • II. „1892–1916: Jugendjahre“. 4. „Der Club“.
    • VI. „1949–1966: Erfolg“. 2. „Das Tausend-Pfund-Risiko“.
  • Artikel Gotische Sprache. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Juli 2007, 09:41 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gotische_Sprache&oldid=34930984 (Abgerufen: 4. September 2007, 19:32 UTC).
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