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Eskapismus

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Realitätsflucht geschieht bspw. in Form von Stubenhockerei, durch geistiges Abschirmen gegenüber anderen Meinungen oder durch einen eskapistischen Gebrauch von Medien.
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Realitätsflucht geschieht beispielsweise in Form von Stubenhockerei, durch geistiges Abschirmen gegenüber anderen Meinungen oder durch einen eskapistischen Gebrauch von Medien.
Menschen, die in Realitätsflucht leben, sind oft in ihren Erwartungen enttäuscht worden (Diskrepanz zwischen Lebensentwurf und Lebenswirklichkeit) oder sehen ihre Umwelt als eine Realität an, mit der sie sich nicht identifizieren können oder wollen.
Menschen, die in Realitätsflucht leben, sind oft in ihren Erwartungen enttäuscht worden (Diskrepanz zwischen Lebensentwurf und Lebenswirklichkeit) oder sehen ihre Umwelt als eine Realität an, mit der sie sich nicht identifizieren können oder wollen.
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==Kritik==
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Viele Kritiker haben [[J.R.R. Tolkien]]s Lesern schon zu Lebzeiten des Autors oft Eskapismus vorgeworfen. Indem Tolkiens Werke Wünsche ersatzweise befriedigten, würden sie eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt verhindern. Der Leser entfliehe seinen Problemen, indem er sich in eine Traumwelt zurückziehe, und verzichte damit auf den Versuch, sie wirklich zu bewältigen.
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Viele Kritiker haben [[J. R. R. Tolkien]]s Lesern schon zu Lebzeiten des Autors oft Eskapismus vorgeworfen. Indem Tolkiens Werke Wünsche ersatzweise befriedigten, würden sie eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt verhindern. Der Leser entfliehe seinen Problemen, indem er sich in eine Traumwelt zurückziehe, und verzichte damit auf den Versuch, sie wirklich zu bewältigen.
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Eine gewisse Wahrheit lässt sich nicht leugnen, doch Flucht muss nicht von vorneherein schlecht sein. J.R.R. Tolkien schrieb einst in seinem Essay ''[[Über Märchen]]'': "Warum einen Mann verachten, wenn er aus einem Gefängnis auszubrechen versucht, um nach Hause zu gehen? Oder, wenn er, weil ihm das nicht gelingt, an anderes denkt und von anderem redet als von Gefängniswärtern und Gefängnismauern? [...] Mit Flucht, in diesem Sinne gebraucht, haben die Kritiker das falsche Wort gewählt; und, mehr noch, in einem nicht immer gutgläubigen Irrtum verwechseln sie den Ausbruch des Gefangenen mit dem Abfall des Deserteurs."
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Eine gewisse Wahrheit lässt sich nicht leugnen, doch Flucht muss nicht von vorneherein schlecht sein. J. R. R. Tolkien schrieb einst in seinem Essay ''[[Über Märchen]]'': "Warum einen Mann verachten, wenn er aus einem Gefängnis auszubrechen versucht, um nach Hause zu gehen? Oder, wenn er, weil ihm das nicht gelingt, an anderes denkt und von anderem redet als von Gefängniswärtern und Gefängnismauern? [...] Mit Flucht, in diesem Sinne gebraucht, haben die Kritiker das falsche Wort gewählt; und, mehr noch, in einem nicht immer gutgläubigen Irrtum verwechseln sie den Ausbruch des Gefangenen mit dem Abfall des Deserteurs."
{{Wikipedia}}
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[[Kategorie:Tolkiens Umfeld]]
[[Kategorie:Tolkiens Umfeld]]

Aktuelle Version vom 13. April 2013, 18:00 Uhr

Als Eskapismus, Realitätsflucht, bezeichnet man die Flucht aus bzw. vor der realen Welt und das Meiden derselben, mit all ihren wirklichen Anforderungen, zugunsten einer imaginären Scheinwirklichkeit.

[Bearbeiten] Beschreibung

Realitätsflucht geschieht beispielsweise in Form von Stubenhockerei, durch geistiges Abschirmen gegenüber anderen Meinungen oder durch einen eskapistischen Gebrauch von Medien.

Menschen, die in Realitätsflucht leben, sind oft in ihren Erwartungen enttäuscht worden (Diskrepanz zwischen Lebensentwurf und Lebenswirklichkeit) oder sehen ihre Umwelt als eine Realität an, mit der sie sich nicht identifizieren können oder wollen.

Im fortgeschrittenen Stadium geraten Betroffene in eine Art Teufelskreis, da sie durch mangelnde soziale Kontakte zum einseitigen Betrachten der Dinge neigen. Abhilfe bieten spontane, neuartige Tagesabläufe mit dem Ziel, die Welt neutraler und überschaubarer zu betrachten und dadurch der Einseitigkeit der Realitätswahrnehmung entgegenzuwirken.

[Bearbeiten] Kritik

Viele Kritiker haben J. R. R. Tolkiens Lesern schon zu Lebzeiten des Autors oft Eskapismus vorgeworfen. Indem Tolkiens Werke Wünsche ersatzweise befriedigten, würden sie eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt verhindern. Der Leser entfliehe seinen Problemen, indem er sich in eine Traumwelt zurückziehe, und verzichte damit auf den Versuch, sie wirklich zu bewältigen.

Eine gewisse Wahrheit lässt sich nicht leugnen, doch Flucht muss nicht von vorneherein schlecht sein. J. R. R. Tolkien schrieb einst in seinem Essay Über Märchen: "Warum einen Mann verachten, wenn er aus einem Gefängnis auszubrechen versucht, um nach Hause zu gehen? Oder, wenn er, weil ihm das nicht gelingt, an anderes denkt und von anderem redet als von Gefängniswärtern und Gefängnismauern? [...] Mit Flucht, in diesem Sinne gebraucht, haben die Kritiker das falsche Wort gewählt; und, mehr noch, in einem nicht immer gutgläubigen Irrtum verwechseln sie den Ausbruch des Gefangenen mit dem Abfall des Deserteurs."


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