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Eriador

Aus Ardapedia

Eriador, Lindon und der südwestliche Teil Forodwaiths

Eriador (Sindarin für ‚einsames leeres Land‘)[1] heißt in J. R. R. Tolkiens Legendarium ein Gebiet im Nordwesten von Mittelerde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Die Lande Eriadors erstreckten sich in Ost-West-Richtung von den Hithaeglir, den Nebelbergen, etwa 750 Meilen bis hin zu den Osthängen der Ered Luin. In Nord-Süd-Richtung reichten sie auf einer Länge von etwa 725 Meilen von der Höhe der Eisbucht von Forochel bis hin zum Fluss Gwathló. Damit umfassten sie ein Gebiet von rund 543.750 Quadrat-Meilen. Das Land wurde während des Ersten Zeitalters im Norden noch von den von Melkor aufgetürmten Ered Engrin begrenzt, reichte jedoch in späteren Zeiten bis zu den Nördlichen Öden Forodwaiths.

[Bearbeiten] Bedeutende Straßen und Wege

Streicher und die vier Hobbits auf dem Weg zur Wetterspitze. Im Hintergrund ist die Große Oststraße zu erkennen, Bild: Anke Eißmann

In Eriador gab es zwei bedeutende Straßen, welche in früheren Zeiten vor allem als Handelswege genutzt wurden. Die Große Oststraße führte – von Westen kommend – von den Turmbergen durch das Auenland, durch Breeland und weiter bis nach Bruchtal am Fuße des Nebelgebirges. Insgesamt führte die Straße etwa 600 Meilen durch die Gebiete Eriadors. Früher wohl viel befahren, waren im Dritten Zeitalter größtenteils wohl nur noch Händler aus Breeland, dem Auenland und Zwerge aus den Blauen Bergen auf ihr unterwegs.

[…] with good roads, an inn or two, and now and then a dwarf or a farmer ambling by on business.

— J. R. R. Tolkien: The Hobbit. Chapter II: Roast Mutton.

Die Wege waren gut, es gab auch ein paar Gasthäuser, und hin und wieder traf man einen Zwerg, einen Kesselflicker oder einen Bauern, die ihren Geschäften nachgingen.

Übersetzung: Walter Scherf, aus J. R. R. Tolkien: Der Hobbit. Kapitel II: Gebratenes Hammelfleisch.

Innerhalb des Auenlandes mündeten viele Wege in die Oststraße; auch einige Ortschaften, wie etwa Michelbinge, Wegscheid, Froschmoorstetten oder auch Weißfurchen lagen direkt an ihr, weshalb man, wenn man in dieser Gegend der Straße folgte, auch noch gute Gasthäuser fand. Anders sah es jenseits des Breelandes aus, denn dort gab es nur noch wenige Gasthäuser. In diesen Gegenden, den Leeren Landen, lebte kaum noch jemand und an der Oststraße befanden sich dort auch keine Siedlungen. Bei Wegscheid zweigte eine Straße ab, welche über die Sarnfurt nach Minhiriath führte und sich dort mit dem Grünweg vereinte. Von Fornost im Norden kommend, kreuzte der Grünweg die Ost-Straße bei Bree. Nach der Zerstörung der Stadt wurde er kaum noch genutzt und auch nicht mehr in Stand gehalten, so dass er am Ende des Dritten Zeitalters von Gras und Unkraut überwuchert war, eine Tatsache, die ihm seinen Namen einbrachte. Er war in früherer Zeit Teil einer direkten Verbindungsstraße, die das Nordkönigreich Arnor mit dem Südkönigreich Gondor verbandt. In der Hochzeit des Nordkönigreichs von Händlern aus dem Süden und Boten des gondorischen Königs genutzt, war er in der Zeit des Ringkriegs Reiseweg für die Spitzel Sarumans, sowie Flüchtlinge und natürlich die Nazgûl.

[Bearbeiten] Politische Regionen

Name Geschichte Hauptstadt Ausdehnung
Eregion 750 Z. Z. gegründet
1697 Z. Z. verwüstet und gefallen
Ost-in-Edhil Vom Nebelgebirge bis zum Fluss Mitheithel (?);
Vom Hulstkamm bis zum Glanduin (?)
Bruchtal 1697 Z. Z. von Elrond gegründet
irgendwann im Vierten Zeitalter aufgegeben
Elronds Haus Das Tal der Lautwasser
Breeland Im Zweiten Zeitalter gegründet Bree Vom Chetwald bis zu den Hügelgräberhöhen;
Von den Nordhöhen bis zu den Südhöhen
Arnor 3320 Z. Z. gegründet von Elendil
861 D. Z. Zerfall in drei Kleinkönigreiche
3019 D. Z. durch König Elessar wieder hergestellt
Annúminas
(3320 Z. Z. – 861 D. Z.;
nochmals nach 3019 D. Z. (?))
Vom Nebelgebirge bis zu den Blauen Bergen;
Von der Eisbucht von Forochel bis zum Fluss Grauflut
Arthedain 861 D. Z. gegründet vom ältesten Sohn König Earendurs, Amlaith
1974 D. Z. aufgelöst
Fornost Erain
(861 D. Z. – 1974 D. Z.)
Von der Wetterspitze bis zum Golf von Lhûn;
Von der Eisbucht von Forochel bis zum Baranduin
Rhudaur 861 D. Z. gegründet von einem der zwei jüngeren Söhne König Earendurs
ab 1350 D. Z. von Angmar beeinflusst
1975 D. Z. gefallen
unbekannt, vielleicht an der Großen Ost-Straße[2] Vom Nebelgebirge bis zu den Wetterbergen;
Von den Ettenöden bis zum Winkel
Cardolan 861 D. Z. gegründet von einem der zwei jüngeren Söhne König Earendurs
1409 D. Z. gefallen
unbekannt, vielleicht an der Sarn-Furt Vom Fluss Mitheithel bis zum Baranduin;
Von den Hügelgräberhöhen bis zum Fluss Gwathló
Auenland 1601 D. Z. nach Siedlungserlaubnis durch König Argeleb II. von den Falbhäuten Marcho und Blanco gegründet
32 V. Z. Erweiterung des auenländischen Gebiets um die Westmark
Michelbinge Vom Baranduin bis zu den Fernen Höhen;
Von den Nordmooren bis zur Sarn-Furt

[Bearbeiten] Flora und Fauna zur Zeit des Dritten Zeitalters

Ein Fuchs, einer der typischen Bewohner von Eriadors Wäldern, Bild: Anke Eißmann

Eriador wurde vor allem von Mischwäldern dominiert. Es gab alte Eichenwälder, die vor allem in der Gegend des Grünberglandes bei Waldhof zu finden waren. Ebenso waren größere Bestände an Birken auf den Hängen der Grünberge und auch im Tal der Lautwasser in der Nähe von Bruchtal vorhanden. Tannenwälder waren selten, fanden sich aber in besonders trockenen Gebieten im zentralen Auenland. Kiefern standen in größeren Forsten oberhalb von Bruchtal. Daneben wurden die Hügelwälder der Trollhöhen von Buchen dominiert. An den Flüssen Eriadors wuchsen vor allem Ulmen und Erlen. Diese fanden sich beispielsweise an der jungen Wässer. Ein alter Bestand an Weiden dominierte das Flusstal der Weidenwinde und auch die Flussniederungen des Weißquell. Hulstbäume waren in Eriador eher rar, wuchsen aber in größerer Anzahl in Eregion. Gewächse, die vor allem von den Völkern Eriadors zur Nahrungsproduktion genutzt wurden, waren vor allem wildwachsende Haselnusssträucher, Pilze, Blaubeersträucher, Erdbeerpflanzen, verschiedene Obstbäume, Kartoffeln, Kohl und Getreide. In Eriador gab es viele wildwachsende Wiesen, auf denen Pflanzen wie Schierling, Eberwurz, wilde Petersilie, Nesseln und Disteln wuchsen. Auch Blumen waren zu finden. Hierzu gehörten unter anderem Vergissmeinnicht, Löwenzahn, Kapuzinerkresse, Löwenmaul und Sonnenblumen.

Wie im Bereich der Flora war die Fauna Eriadors wohl auch vielfältig, vergleichbar tatsächlich mit dem nordwestlichen Europa. Die Wälder wurden von kleinen bis mittelgroßen Säugetieren wie Füchsen oder Dachsen beherrscht. In Gewässernähe gab es Kleinräuber, so beispielsweise der Otter. Auch existierten Reptilien und Amphibien. Hier sind Ringelnattern, Kröten und Frösche zu nennen. Nach letzteren war der auenländische Ort Froschmoorstetten[3] benannt. Im Bereich der Vögel werden im Speziellen Wasservögel wie zum Beispiel Schwäne und Eisvögel erwähnt, die an der Weidenwinde lebten.

[Bearbeiten] Kultur

[Bearbeiten] Bewohner

In Eriador lebten viele Völker, darunter Elben, Menschen, Hobbits und Zwerge (zumindest im Dritten Zeitalter) friedlich nebeneinander. Das Gebiet kann in dieser Zeit sicherlich nicht als politische oder kulturelle Einheit beschrieben werden, eher als Ansammlung von Siedlungen und kleinen Dörfern.

Während die Zwerge der Blauen Berge einfache Schmiede blieben, entwickelte sich in Zentral-Eriador ein starkes soziales Netzwerk. Tatsächlich hatte diese Gegend kulturell gesehen kaum noch etwas mit den fast mittelalterlichen Zuständen in den Süd-Königreichen Gondor und Rohan zu tun.

‘[…] and in this neighbourhood heroes are scare, or simply not to be found. Swords in these parts are mostly blunt, and axes are used for trees, and shields as cradles or dish-covers; and dragons are comfortably far-off (and therefore legendary).’

— J. R. R. Tolkien: The Hobbit. Chapter I: An Unexpected Party.

»[…] und in unserer Gegend sind Helden selten geworden, oder es gibt sie überhaupt nicht mehr. Die Schwerter sind bei uns gewöhnlich voller Scharten, die Äxte braucht man zum Bäumefällen, die Schilde als Säuglingswiegen und Topfdeckel, und die Drachen sind angenehm weit weg (und deshalb nurnoch Fabeltiere).«

Übersetzung: Walter Scherf, aus J. R. R. Tolkien: Der Hobbit. Kapitel I: Eine unvorhergesehene Gesellschaft.

Zumindest im Binnengeschäft handelten die Menschen, Hobbits und Zwerge untereinander oder boten als fahrende Handwerker oder Händler ihre Dienste an.

Dwarves were therefore not a rare sight on the East Road or in its inns (It would also appear that they were sometimes employed as roadmenders and bridge-repairers), [...] They cared very little about hobbits, and had little to do with them, except as a source of of food in exchange for metal, or sometimes forged articles (knives, ploughshares, arrowheads, axe-heads and the like). The poorer sort [...] might accept employment, as masons and roadmakers for example.

— J. R. R. Tolkien: The History of the Hobbit. The Fifth Phase, The 1960 Hobbit, Timelines and Itinerary.

Zwerge waren folglich kein seltener Anblick auf der Oststraße oder in ihren Gasthäusern (es kam auch vor, dass sie manchmal angestellt wurden, um Straßen und Brücken zu reparieren), [...] Sie schenkten den Hobbits nur wenig Beachtung und hatten wenig mit ihnen zu tun, außer als Quelle für Lebensmittel im Austausch gegen Metall, oder manchmal gegen geschmiedete Waren (Messer, Pflugscharen, Pfeilspitzen, Axtköpfe und ähnliches). Die Ärmeren [...] mochten auch Arbeit, zum Beispiel als Steinmetze und Straßenbauer, annehmen.

Übersetzung: Ardapedia

Die anscheinend als einheitlich in der Gegend um das Auenland und Bree anerkannten Zahlungsmittel waren Gold und Silber, wobei zumindest letzteres in Münzform verwendet wurde. Gehandelt wurde mit vielerlei Erzeugnissen. Zum Erwerb dieser Waren gab es wohl in allen Dörfern Märkte, wie den Freimarkt zu Michelbinge.

Alte Waffenbestände aus kriegerischen Zeiten wurden, wie im Museum des Auenlandes, ausgestellt oder dienten als Wandschmuck. Ein stehendes Heer existierte nach dem Zusammenbruch des Nordkönigreichs ebenfalls nicht mehr. In Notfällen fand eine spontane Mobilmachung der Bevölkerung, wie etwa im Auenland die Auenland-Heerschau, statt. Schutz gaben die von den Eriadorern so genannten Waldläufer, ein Überrest der Dúnedain des Nordens, die zumeist im Verborgenen die Bewohner der friedlichen Siedlungsgebiete vor Eindringlingen schützten.

Mit ihrer wechselhaften Vergangenheit konnten die meisten Bewohner Eriadors im Dritten Zeitalter kaum noch etwas anfangen. Alte Aufzeichnungen wurden nur selten studiert, da die Eriadorer entweder nichts damit anfangen konnten oder die fremden Sprachen nicht verstanden. Tatsächlich war es im Auenland und im Breeland nicht selbstverständlich, lesen und schreiben zu können und die elbischen Sprachen wurden nur von sehr wenigen verstanden, ausgenommen natürlich den Elben Bruchtals.

Eine Religion übten die Bewohner Eriadors niemals aus. Hohe Feiertage galten der Natur, etwa die Sommer- oder Wintersonnenwende, welche mit Festgelagen und Freudenfeuern gefeiert wurden.

[Bearbeiten] Kleidung

In den nördlichen Gegenden, zum Beispiel im Auenland, trugen besonders die Männer meist einfache Kniehosen, mit einem Hemd oder einer Jacke darüber, häufig verborgen unter einem langen Mantel oder Umhang.[4] Die Dúnedain trugen dazu noch Stiefel und unter der Kleidung oder auch darüber häufig Panzer- oder Kettenhemden. Mit Ausnahme der Elben war die Kleidung der Bewohner Eriadors eher schlicht und dem ländlichen Leben und der Zweckmäßigkeit angepasst. Verzierungen waren, wie bei den Zwergen kostbare Gürtel, bunte Stoffe, die aber anscheinend nur zu Festtagen getragen wurden. Kopf und Gesicht schützten seltener Hüte, öfter aber einfache Kapuzen.

[Bearbeiten] Geschichte

An dieser Stelle folgen kurze Erläuterungen zu den Ereignissen in Eriador während der ersten vier Zeitalter Mittelerdes, genauere Daten sind der am Ende des Artikels aufgeführten Zeittafel zu entnehmen.

[Bearbeiten] Erstes Zeitalter

Auf den Hügelgräberhöhen wurden schon im Ersten Zeitalter die Anführer der Edain bestattet, Bild: Anke Eißmann

Zu Beginn des Ersten Zeitalters war Eriador zum großen Teil nur Wildnis. Im südlichen und auch im zentralen Eriador wuchs, so darf angenommen werden, der große Urwald[5], der sich vom Alten Wald über die Mündungsgebiete des Baranduin und Gwathló in östlicher Richtung bis nach Fangorn hinzog. Das Land blieb bis zum Beginn des Zweiten Zeitalters wohl größtenteils nur durchwandertes und von Wildtieren bewohntes Land. Zum ersten Mal in der Geschichte wird Eriador während der Großen Wanderung der Vanyar, Noldor und Teleri erwähnt. Nach der Trennung der Geschlechter am Anduin wanderten die Teleri nach Süden und gelangten so auch nach Eriador, wo sie verweilten bis der Sohn ihres früheren Führers Lenwe sie über die Ered Luin nach Beleriand führte. Jene, welche jedoch verweilten, waren vermutlich die Vorfahren der späteren Elben Lothlóriens und des Düsterwaldes. Die Vanyar und Noldor, die sich nicht von ihrem Weg abgewandt hatten, überquerten von Osten aus das Nebelgebirge und drangen durch das wilde Eriador und über die Blauen Berge nach Beleriand.

Danach ist lange Zeit nichts mehr über die Geschehnisse im Land bekannt. Erst in den Jahren der Sonne tauchten die ersten Siedler in den Ebenen Eriadors auf. Von den Elben Edain genannt, waren sie Nachkommen der ersten Menschen Mittelerdes. Es ist wahrscheinlich, dass sie aus dem Osten – ihrer „Urheimat“ – über das Gebirge kamen. Doch siedelten sie noch nicht in West- und Zentral-Eriador. Für etwa ein Jahrhundert boten die weiten Ebenen den Edain ein Heim. Dann, im frühen dritten Jahrhundert wanderten zwei Gruppen der Edain gen Westen und gelangten so nach Beleriand. Kriegsflüchtlinge vor den Schlachten des Kriegs des Zorns, darunter auch eine Gruppe Edain und das Elbenvolk der Sindar, bevölkerten in den nächsten zwei Jahrhunderten Eriador.

[Bearbeiten] Zweites Zeitalter

Zu Beginn des Zeitalters zogen die Edain, welche aus den Häusern Beors und Hadors stammten und nicht nach Beleriand gewandert waren, gen Westen und siedelten schließlich am See Evendim, den Nördlichen Höhen und den Wetterbergen. Sie waren vor allem Hirten, die mit ihren Schafherden über die weiten Graslande zogen. Das Volk lebte wohl in kleineren Gemeinden, die von einem Herr geführt wurden. Zumindest ist bekannt, dass es von diesen Anführern mindestens zwölf gab. Ihre Oberhäupter bestatteten die Edain in Hügelgräbern auf den Hängen der später so genannten Hügelgräberhöhen. Sie wussten zwar, dass Verwandte von ihnen jenseits der Blauen Berge lebten, doch hatten sie auch von dem schrecklichen Krieg jenseits der Berge gehört und glaubten, dass alle Menschen dort ertrunken, oder von gewaltigen Feuerstürmen verbrannt worden seien.

Im Jahre 600 schließlich landete in Lindon zum ersten Mal ein Schiff der Númenorer, die von Círdan und Gil-galad willkommen geheißen wurden. Als die Edain dies erfuhren, baten zwölf mächtige Herren ihres Volkes bei Gil-galad um ein Treffen mit den Seeleuten, die viele für furchtbare Geister hielten. Die beiden Parteien trafen sich schließlich auf den Turmbergen und nach anfänglicher Scheu merkten beide Gruppen schließlich, dass sie im Grunde eine tiefe Verwandtschaft und Freundschaft verband. Die Númenórer begannen in den nächsten Jahrhunderten zumindest den Westen Eriadors auszukundschaften. Vor allem ihr König Tar-Aldarion war von den großen und dichten Wäldern beeindruckt und begann einen Hafen an der Mündung des Gwathló zu erbauen, der Lond Daer genannt wurde. Für dessen Bau und den Bau riesiger Schiffe, begannen die Númenórer die Waldgebiete Eriadors schonungslos zu roden. Sowohl Minhiriath als auch das sich an die Südgrenze Eriadors anschließende Enedwaith waren danach nur noch baumlose Ödnis. Danach waren in Eriador nur noch wenige zusammenhängende Waldgebiete zu finden. Die größten waren der Eryn Vorn südlich der Mündung des Baranduin, der Alte Wald, durchströmt von der Weidenwinde, der Chetwald von Breeland und die Trollhöhen an der Großen Ost-Straße, nahe bei Bruchtal. Auch die primitiven Waldbewohner Eriadors verschwanden langsam mit ihrer alten Heimat. Entweder wurden sie von den Númenórern getötet, wenn sie diese angriffen oder sie zogen sich in entlegene Winkel des Landes wie den Eryn Vorn zurück.

Noch vor diesen Geschehnissen hatten sich einige Noldor aus Lindon, angelockt durch Berichte von Mithril-Funden, im Jahre 750 an den Süd-West-Flanken des Nebelgebirges niedergelassen. Dort gründeten sie ihr Elbenreich Eregion, oder Hulsten, wie es nach den dort wachsenden Stechpalmen genannt wurde. Die Elben fertigten dort die Ringe der Macht. Später wurde sie von Sauron und seinen Heeren angegriffen. Dieser hatte in einer schönen Gestalt und unter dem Namen Annatar die Elben in viele Geheimnisse der Schmiedekunst eingeweiht und wollte die Ringe nun für sich haben. Es gelang ihm zwar, Eregion zu verwüsten, er konnte jedoch durch das Bündnis zwischen den Elben Gil-galads und den Númenórern zurückgeschlagen werden.

Danach herrschte lange Zeit Friede in Eriador. Schließlich begann jedoch mit dem Untergang Númenors eine schnelle Wandlung des nun öden Landes, als Elendil vom Meer an die Küste Mittelerdes geworfen wurde. Er gründete sein neues Königreich Arnor. Die Bevölkerung nahm rasch zu und große Städte wurden errichtet. Das Volk begann Felder, Äcker und Weinberge in der Gegend um die Grünberge anzulegen, Straßen und Brücken wurden gebaut und befestigt. Doch die Blütezeit Eriadors verging rasch, da ein großer Teil der Bevölkerung in der Schlacht auf der Dagorlad vor den Toren Mordors umkam oder bei dem Verhängnis auf den Schwertelfeldern in Wilderland getötet wurde. Die Großbauten und Vesten verfielen langsam, da keiner sich mehr um ihre Erhaltung kümmerte.

[Bearbeiten] Drittes Zeitalter

Politisch wurde Eriador in drei Teilreiche gespalten, die sich gegenseitig nicht wohlgesonnen waren. Dazu kam, dass Angmar im Nordosten eine zunehmende Bedrohung darstellte. Rasch unterwarf es das östlichste der Reiche, Rhudaur, und bevölkerte es mit bösen Wesen und einem mit den Edain verwandten Volk, das als Bergmenschen bezeichnet wurde und mit dem Hexenkönig von Angmar im Bunde war. Während dessen erschien zum ersten Mal das kleine Volk der Hobbits in Eriador, das sich selbst kuduk nannte. Bald schon siedelten sie im zentralen Eriador und konnten ihren Platz, wohl Dank äußerer Beschützer auch während der Schlachten mit dem Hexenkönig, behaupten. Denn ebenso wie die Menschen des Breelandes, die wohl schon im Zweiten Zeitalter am Breeberg siedelten, überdauerte das kleine Volk alle Wirren des Zeitalters bis in das Vierte Zeitalter hinein fast ungestört.

Ein Schwarzer Reiter im Auenland, Bild: Anke Eißmann

Während das Auenland in seinen frühen Gründungsjahren und das Breeland wie Felsen in der Brandung der Kriege standen, ging das nördliche Königreich unter. Der Hexenkönig indes konnte dennoch aus Eriador vertrieben werden. Das Land verwilderte wieder und die Ruinen wurden von Gras und Moos überwuchert. Die bösen Geister, die der Hexenmeister einst ausgesandt hatte, verhielten sich ruhig und verbargen sich. In Gefahr geriet nur derjenige, der sich in gefahrvolle Gegenden begab. Im Dritten Zeitalter war die Bevölkerung Eriadors tatsächlich stark zusammengeschrumpft. Die größten noch bewohnten Gebiete waren das Auenland der Hobbits, das angrenzende von Menschen bewohnte Breeland und Bruchtal, die elbische Zufluchtsstätte an den Westhängen des Nebelgebirges. Des Weiteren waren auch der Eryn Vorn und die Gebirgsausläufer um die Trollhöhen, wo einige wilde Menschen und einfache Hirten ihre Heimat hatten, besiedelt. Daneben gab es noch einige befestigte Dörfer der Dúnedain. Auch Zwerge, die vom Erebor flohen, wo Smaug sich niedergelassen hatte, fanden ihre Heimat in Eriador, vor allem an den Osthängen der Ered Luin.

Zur Zeit des Ringkriegs wurde die Ruhe Eriadors wieder gestört. Von Süden her kamen Wanderer den Grünweg hinauf. Darunter gab es viele, die vor dem bereits begonnen Krieg flüchteten. Einige andere aber waren Spione, gesandt vom Zauberer Saruman. Zu dieser Zeit regten sich die bösen Kreaturen wieder, die Nazgûl durchstreiften das Land und selbst im Auenland merkte man, dass der Friede der letzten Jahrhunderte gestört werden würde. Obschon es in den Landen Eriadors keinen Krieg wie in Gondor und Rohan gab, so hatte die Bevölkerung doch mit den Eindringlingen zu kämpfen, die als Strolche bezeichnet wurden. Die meisten waren Gesetzlose, denen sich auch Menschen aus Bree bei ihren Diebeszügen anschlossen. Das Auenland hatte unter der indirekten Herrschaft Lotho Sackheim-Beutlins viel durchzumachen, die Strolche, die für ihn arbeiteten unterjochten die Bevölkerung, stahlen und brannten Wälder und Häuser nieder. Denn insgeheim breitete Saruman seinen Einfluss im Auenland durch Lotho aus. Schließlich nahm er selber Sitz in Hobbingen und verheerte das Land aus Rache, für seine Vertreibung aus Isengart, bis er schließlich von einem seiner Diener umgebracht wurde. Erst nach einem Kampf in Bree und der Schlacht von Wasserau konnten die Strolche endgültig vertrieben werden.

[Bearbeiten] Viertes Zeitalter

In Eriador kehrte wieder Friede ein und das Nordkönigreich wurde durch den neuen König Elessar im Wiedervereinigten Königreich wiederhergestellt.

[Bearbeiten] Zeittafel

Die folgenden Daten betreffen Ereignisse, die explizit in Eriador stattfanden und oder für das Gebiet bedeutsam waren.

[Bearbeiten] Erstes Zeitalter [6]

[Bearbeiten] Jahre der Bäume

  • 1115 · Die Teleri überqueren Anduin den Großen, die Nandor jedoch ziehen unter Lenwe nach Süden, einige gelangen nach Norden in das wilde Eriador und siedeln kurze Zeit dort, bis sie Lenwes Sohn Denethor nach Beleriand führt.
  • 1125 · Die Vanyar und Noldor durchwandern Eriador und ziehen über die Ered Luin nach Beleriand.

[Bearbeiten] Jahre der Sonne

  • um 200 · Die ersten Edain leben in Eriador.
  • 262 · Geburt von Beor dem Alten in Eriador, er ist der erste Anführer des Ersten Hauses der Edain.
  • 282 · Geburt von Marach in Eriador, er ist der erste Anführer des Dritten Hauses der Edain.
  • 310 · Beor führt sein Volk nach Beleriand.
  • 313 · Marach führt sein Volk nach Beleriand.
  • 369 · Bereg vom Hause Hador, führt sein Volk aus Furcht vor den drohenden Kriegen in Beleriand nach Osten über die Ered Luin nach Eriador.
  • um 583 · In der Großen Schlacht während des Krieges des Zorns wirft Earendil Ancalagon den Schwarzen nieder, sein Leib zertrümmert Thangorodrim, die Sindar, sofern nicht in Lindon verweilend oder nach Valinor segelnd, kommen nach Eriador (Ursprung der Waldelben).

[Bearbeiten] Zweites Zeitalter

  • 600 · Das erste númenórische Schiff landet an der Westküste von Mittelerde an und fährt den Golf von Lhûn hinauf. Der Kapitän und die Seeleute werden von Gil-galad und Círdan dem Schiffbauer willkommen geheißen (Bündnis zwischen Númenor und den Elben von Lindon).
  • 725 · Aldarion der númenórische Thronerbe kommt nach Eriador und erkundet den Westen des Landes.
  • 750 · Eregion wird im Südosten Eriadors gegründet.
  • zwischen 750 und 800 · Große Teile der Wälder Eriadors fallen dem Schiffsbau Aldarions und seiner Errichtung des Hafens Lond Daer zum Opfer.
  • 1695 – 1699 · Saurons Heere verwüsten Eriador.
  • 1697 · Eregion fällt, Elrond begründet die Zufluchtsstätte Imladris.
  • 1701 · Sauron wird aus Eriador vertrieben.
  • 1701 – 3320 · Frieden und Ruhe in Eriador.
  • 3319/3320 · Elendil kommt nach dem Untergang Númenors nach Eriador, er gründet sein Reich Arnor. Die Númenórer besiedeln die Ufer der Flüsse Lhûn und Baranduin, die Hänge des späteren Rhudaur und des späteren Cardolan.

[Bearbeiten] Drittes Zeitalter

  • 10 · Valandil wird Arnors König, das Volk schwindet, vor allem durch die starken Verluste bei der Schlacht von Dagorlad und beim Verhängnis auf den Schwertelfeldern.
  • 861 · Tod König Earendurs, Arnor wird in die Teilreiche Arthedain, Rhudaur und Cardolan aufgeteilt.
  • um 1300 · Die bösen Kreaturen mehren sich wieder, in den Hithaeglir nehmen die Orks an Zahl zu, der Hexenkönig nimmt seinen Sitz in Angmar.
  • 1409 – 1975 · Unruhen und Kriege zwischen den Teilreichen, der Hexenkönig unterwirft große Teile Eriadors, kann aber letztendlich zurückgeschlagen werden, das nördliche Königreich ist jedoch zerstört.
  • 1601 · Begründung des Auenlandes durch die Brüder Marcho und Blanco.
  • 1976 · Aranarth von den Dúnedain, nennt sich "Stammesführer der Dúnedain" und wird das erste Oberhaupt eines versprengten und umherwandernden Volkes.
  • um 1981 · Ein Herbststurm aus den Nördlichen Öden wütet über das Land und richtet in Eriador und Gondor große Schäden an.
  • um 2480 · Die Orks breiten sich im Nebelgebirge aus und sperren die Gebirgspässe Eriadors.
  • 2740 · Orks dringen in Eriador ein.
  • 2747 · Schlacht von Grünfeld
  • 2758/2759 · Langer Winter, die Kälte fordert viele Todesopfer.
  • 2799 – 2802 · Durins Volk durchwandert heimatlos die Lande, sie gründen schließlich die Minen Thorins Hallen in den Ered Luin.
  • 2911 · Grausamer Winter, die Gewässer Eriadors frieren zu, die weißen Wölfe kommen aus dem Norden.
  • September 3018 · Die Nazgûl durchreiten Eriador, um den Einen Ring zu finden.
  • 1. Mai 3019 · Aragorn II. wird zum ersten König des Wiedervereinigten Königreichs und stellt das nördliche Königreich wieder her.
  • August 3019 · Saruman und Gríma Schlangenzunge dringen ins Auenland ein und beginnen das Land zu zerstören.
  • 3. November 3019 · Schlacht von Wasserau, Saruman wird von Gríma, seinem Diener getötet.
  • 3020 · Der einzige Mallorn Eriadors wird von Samweis Gamdschie gepflanzt und blüht zum ersten Mal am 6. April auf der Festwiese im auenländischen Hobbingen.

[Bearbeiten] Viertes Zeitalter

  • 6 · Das Auenland wird ein Freies Land unter dem nördlichen Zepter.
  • 15 · Der neue König kommt zum ersten Mal nach Eriador und verweilt kurze Zeit am See Evendim.
  • 32 · Die Westmark (das Gebiet zwischen den Fernen Höhen und den Turmbergen) wird dem Auenland von König Elessar zum Geschenk gemacht.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Der Name Eriador scheint aus drei Bestandteilen des Sindarin zusammengesetzt zu sein: zum einen aus dem Wort er-, was ‚einzeln‘ oder auch ‚einsam‘ bedeutet, dann aus , was übersetzt ‚Leere‘ bedeutet und dem Wort -dôr für ‚Land‘.
  2. „Höher und höher erhoben sich die Berge. Auf einigen standen Burgen, denen man ansah, dass sie zu bösen Zwecken erbaut worden waren.“ J. R. R. Tolkien: Der Hobbit. Kapitel II: Gebratenes Hammelfleisch.
  3. vgl. Nomenclature of The Lord of the Rings unter Frogmorton
  4. J. R. R. Tolkien und Christopher Tolkien (Hrsg.): Briefe. Brief 211
  5. Siehe dazu Baumbarts Erzählungen in Der Herr der Ringe: Drittes Buch, Viertes Kapitel: Baumbart
  6. Die Angaben des Ersten Zeitalters beruhen zum größten Teil auf Tolkiens Schriften The Annals of Aman (in HoMe X: Morgoth’s Ring), The Grey Annals (in HoMe XI: The War of the Jewels), entsprechenden Anmerkungen zu den beiden Fassungen und The Tale of the Years (in HoMe XI: The War of the Jewels), die hier verwendete Chronologie wurde von Gernot Katzer zusammengestellt und in Helmut W. Peschs Das große Mittelerde-Lexikon veröffentlicht, hier wird auch auf die weiterführende Internetseite Eine Chronologie des Ersten Zeitalters verwiesen.

[Bearbeiten] Quellen

  • J. R. R. Tolkien: Der Hobbit.
    • Kapitel I: Eine unvorhergesehene Gesellschaft,
    • Kapitel II: Gebratenes Hammelfleisch.

  • J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe.
    • Faltkarte: Der Westen von Mittelerde am Ende des Dritten Zeitalters.
    • Einführung,
      • 1 Über Hobbits.
    • Erstes Buch,
      • Drittes Kapitel: Drei Mann hoch,
      • Viertes Kapitel: Geradenwegs zu den Pilzen,
      • Sechstes Kapitel: Der Alte Wald,
      • Elftes Kapitel: Ein Messer im Dunkeln.
    • Zweites Buch,
      • Erstes Kapitel: Viele Begegnungen.
  • Anhänge und Register.
    • Anhang A (ii): Die Reiche in der Verbannung,
    • Anhang A (iii): Eriador, Arnor und Isildurs Erben,
    • Anhang A (III): Durins Volk,
    • Anhang B: Die Aufzählung der Jahre (Zeittafel der Westlande).


  • J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien.
    • Teil 2: Das zweite Zeitalter,
      • Aldarion und Erendis: Das Weib des Seefahrers.

  • J. R. R. Tolkien: Morgoth’s Ring. Herausgegeben von Christopher Tolkien.
    • The Annals of Aman.

  • J. R. R. Tolkien: The War of the Jewels. Herausgegeben von Christopher Tolkien.
    • The Grey Annals,
    • The Tale of the Years.


  • John D. Rateliff: The History of the Hobbit. Part Two Return to Bag-End.
    • The Fifth Phase, The 1960 Hobbit, Distances and Itinerary.


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