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Auenland

Aus Ardapedia

Das Auenland (Original: The Shire) ist in den Werken J. R. R. Tolkiens ein von Hobbits besiedeltes Land im Dritten Zeitalter.

Topographische Karte des Auenlandes und Bocklandes

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Ein Teil des Auenlandes und des angrenzenden Bocklandes mit eingetragenen Ortschaften

Das Auenland ist ein leicht bewaldetes Hügelgebiet in Eriador, im Nordwesten von Mittelerde, das sich vom Fluss Baranduin (oder Brandywein, wie ihn die Hobbits nennen) im Osten etwa vierzig Wegstunden nach Westen bis zu den Fernen Höhen erstreckt.

Von den Fernen Höhen im Westen bis zum Baranduin erstreckt sich das Auenland über knapp 200 Kilometer in West-Ost-Richtung und knapp 250 Kilometer vom Norden von den Mooren und Hochmooren bis in den Süden zu den großen Marschen. Die wichtigste Stadt ist Michelbinge auf den Weißen Höhen im Westviertel, der Sitz des Bürgermeisters. Das Nordviertel ist für seine große Anzahl an jagbarem Wild und für sein Bier berühmt, das die Hobbits reichlich und zu jedem Anlass konsumieren. Das Südviertel ist bekannt für sein Pfeifenkraut, allen voran Alter Tobi. Das Pfeife-Rauchen erfreut sich bei den Hobbits größter Beliebtheit. Das Ostviertel ist ein wildes Gebiet, in dem man viele gute Pilze findet, vor allem am Rand des Alten Waldes.

Ein nominell zum Auenland gehörendes Gebiet ist Bockland, ein schmaler Landstrich an der Ostgrenze des Auenlandes. Es liegt zwischen dem Brandywein und dem Alten Wald und wird an der Ostseite von der Heckenanlage Hoher Hag umschlossen. Seine Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 30 Kilometer. Es wird autonom durch die Familie der Brandybocks verwaltet.

Nach dem Ringkrieg hat König Elessar das Auenland um die Westmark erweitert und verfügt, dass Menschen dieses Gebiet nicht betreten dürften. Den Bürgermeister von Michelbinge, den Thain und den Herrn von Bockland hat er zu Ratsherren des Nördlichen Königreichs ernannt.

[Bearbeiten] Beschreibung

Das Auenland ist die Heimat der Hobbits, die hier friedlich in kleinen Dörfern und vereinzelten Gehöften leben. Zu den bekanntesten Ansiedlungen zählen Hobbingen, Wasserau und Michelbinge. Dank des milden Klimas und der fruchtbaren Böden eignet sich die Gegend hervorragend zum Ackerbau. Im Laufe des Dritten Zeitalters hat sich das Auenland zu einem idyllischen Fleckchen Erde entwickelt, so dass vor dem Ringkrieg Berichte von Drachen, Trollen und Wölfen inmitten von Gemüsebeeten, Postämtern und säuberlich beschnittenen Gartenhecken fast wie Märchen geklungen haben.

[Bearbeiten] Infrastruktur

Mitten durch das Auenland führt die Große Oststraße, die von Michelbinge über Hobbingen nach Bruchtal verläuft, von den Hobbits jedoch in der Vergangenheit selbst in Friedenszeiten nur selten genutzt worden ist, da Handel mit den Nachbarländern im Leben der Hobbits keine Rolle spielt. Häufiger sind auf der Oststraße Zwerge anzutreffen, die in den Ered Luin westlich des Auenlandes leben. Die Oststraße überquert den Baranduin an der Brandyweinbrücke. Brücken und Straßen werden von den Hobbits im Auftrag des Königs verwaltet.

Der Baranduin lässt sich außerdem mittels der Bockenburger Fähre überqueren. Ansonsten benutzen Hobbits in der Regel keine Wasserfahrzeuge. Eine Ausnahme bilden die Bewohner Bocklands und des Bruchs, die in der Nähe des Flusses leben. Größere Wegstrecken werden mit Ponywagen oder seltener auf den Rücken von Ponys überwunden. Die meisten Entfernungen im Auenland sind jedoch so gering, dass man bequem zu Fuß gehen kann. Wichtigstes Fernkommunikationsmittel ist die Briefpost.

Die Ansiedlungen sind klein und liegen meist nah beieinander. Große Ballungszentren gibt es nicht. Die Auenländer leben in Smials, seltener in Häusern. Gemessen an den Verhältnissen Eriadors gegen Ende des Dritten Zeitalters ist das Auenland dicht besiedelt.

[Bearbeiten] Kultur

Die bedeutendsten kulturellen Ereignisse im Auenland sind Familienfeiern, namentlich Geburtstagsfeste, auf denen gewaltige Mahlzeiten aufgefahren werden. Es wird musiziert, gesungen und getanzt. Ebenfalls sehr beliebt sind Feuerwerke. Der familiäre Zusammenhalt ist sehr eng. Unter Verwandten besucht man sich, macht Geschenke und schreibt häufig. Daneben gibt es halboffizielle Veranstaltungen wie Festbankette, die von den Honoratioren des Auenlandes, etwa dem Bürgermeister von Michelbinge, veranstaltet werden. Auch diese dienen in erster Linie dem leiblichen Wohl.

Vornehme Hobbits gehen zur Zerstreuung auf die Jagd oder unternehmen Wanderungen. In Bockland sind auch Kahnfahrten und Reisen ins Breeland, das andere große Siedlungsgebiet der Hobbits, üblich. Darüber hinaus gelten Auslandsreisen (ebenso wie Streifzüge in den Alten Wald) als Nervenkitzel abenteuerlustiger junger Angehöriger der Edelhobbitfamilien. Gesetztere Auenländer überschreiten die Landesgrenzen nicht. Einfache Hobbits sind meist an Haus und Hof gebunden. Selten kommen sie über die Grenzen des Viertels, in dem sie leben, hinaus. Diese Provinzialität führt oft zur Ausbildung von Vorurteilen und Stereotypen gegenüber den Bewohnern anderer Viertel. Regionale Eigenheiten der Auenlandbewohner gehen u.a. auf die Besiedlung unterschiedlicher Gebiete durch die drei Hobbitstämme der Falbhäute, Harfüße und Starren zurück.

Das Auenland hat eine ausgeprägte Kneipenkultur. Berühmte Gaststätten sind der Grüne Drache in Wasserau, der Efeubusch an der Wasserauer Straße und der Goldene Barsch in Stock. Das Gasthaus zum tänzelnden Pony in Bree ist wohl der Hauptgrund für Auenländer, Reisen ins Breeland zu unternehmen. Dort trifft man sich bei Bier und Pfeifenkraut. Der Beruf des Landbüttels ist beliebt, weil man in dieser Tätigkeit im Viertel recht weit herumkommt und unterschiedliche Gaststätten frequentieren kann. Die Gasthäuser brauen ihr Bier selbst; reiche Hobbits unterhalten daneben auch eigene Weinkeller.

Nach dem Ringkrieg entstehen mehrere Bibliotheken im Auenland, die von Familien alter und vornehmer Abkunft angelegt und unterhalten werden. Dementsprechend finden sich die größten dieser Sammlungen im Brandygut, in Tuckbergen und in Untertürmen, wo die Familien Brandybock, Tuk und Schönkind sitzen. Sie enthalten meist genealogische und heimatkundliche Werke.

Auenländische Feiertage sind unter Anderem die Sommersonnenwende, die Jul- und Lithetage und Überlithe.

Siehe auch: Auenland-Kalender.

[Bearbeiten] Politisches System

Siehe Politisches System des Auenlandes.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Entwickelte Industriezweige des Auenlandes beruhen meist auf den Komfortbedürfnissen der Hobbits. So gibt es eine ausgeprägte Lebensmittelindustrie, etwa Fleischereien und Großhändler. Ein wohlhabender Hobbit verfügt über mehrere Speisekammern, die gefüllt werden wollen (Lebensmittel können im Auenland frei Haus geliefert werden). Ebenfalls stark ausgeprägt ist (siehe oben) das Gastronomiegewerbe.

Ein einträgliches Geschäft ist der Handel und Anbau von Pfeifenkraut. Es wird auf Plantagen im Südviertel angebaut und ist der einzige Exportartikel des Auenlandes. Ein Importwesen gibt es kaum. Feuerwerkskörper werden beispielsweise aus Thal eingeführt; gelegentlich gelangen auch Zwergenartikel ins Auenland.

Darüber hinaus ist die auenländische Wirtschaft weitgehend ständisch-agrarisch geprägt. Vornehme Familien leben vom ererbten Vermögen und Grundbesitz (was darauf hindeutet, dass in diesen Kreisen Erwerbsarbeit verpönt ist). Einfache Hobbits, sofern nicht Knechte oder Dienstleute, betreiben Landwirtschaft und führen kleine Handwerksbetriebe.

Eine Maschinentechnologie ist kaum vorhanden. Die komplexesten Maschinen sind Mühlen, landwirtschaftliche Geräte oder der Blasebalg einer Schmiede. Dementsprechend gibt es auch keine Maschinenindustrie.

Bemerkenswert ist die Existenz des Auktionshauses Wühler, Wühler & Graber. Sie erklärt sich wohl dadurch, dass Hobbits gern und oft Geschenke machen. Bei diesen Geschenken handelt es sich oft um Möbel und Antiquitäten (sog. Mathoms), weshalb sich in einer Hobbithöhle im Laufe der Zeit eine beachtliche Menge Hausrat ansammelt, mit der im Falle einer Haushaltsauflösung irgendwie verfahren werden muss.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Drittes Zeitalter

[Bearbeiten] Viertes Zeitalter

  • 6: Erlass von König Elessar: Menschen dürfen das Auenland von nun an nicht mehr betreten. Sein Gebiet wird ein Freies Land unter dem Schutz des Nördlichen Szepters.
  • 13: Der Thain, der Herr von Bockland und der Bürgermeister von Michelbinge werden zu Ratsherren des nördlichen Königreiches ernannt.
  • 31: Erweiterung des Auenlandes um die Westmark durch König Elessar. Er reitet nach Norden, bleibt einige Zeit in Annúminas und kommt auch zur Brandywein-Brücke, hält sich aber an sein eigenes Gesetz und betritt das Auenland nicht.

[Bearbeiten] Etymologie

Der im englischen Original verwendete Name Shire war bei den Angelsachsen die Bezeichnung für eine Verwaltungseinheit. Die genaueste Übertragung des Begriffes ins Deutsche wäre Gau, welche aber von der Übersetzerin Margaret Carroux aufgrund der negativen historischen Assoziation dieses Wortes mit der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verworfen wurde. Tolkien selbst gab dies in seiner Nomenklatur zu bedenken:

Gau seems to me suitable in Ger., unless its recent use in regional organisation under Hitler has spoilt this very old word.

— J. R. R. Tolkien: Nomenclature of the Lord of the Rings.

Gau scheint mir im Deutschen geeignet zu sein, wenn nicht dessen jüngste Verwendung in regionaler Organisation unter Hitler dieses sehr alte Wort verdorben hat.

Übersetzung: Ardapedia

Die Hobbits nannten ihr Land auf Westron Sûza (‚Gau‘) bzw. Sûzat (‚der Gau‘). Auf Sindarin wurde das Auenland Drann genannt.

[Bearbeiten] Siedlungen im Auenland

Nordviertel Ostviertel Südviertel Westviertel Lage ungeklärt


[Bearbeiten] Quellen


Bereiche des Auenlandes

NordviertelOstviertelSüdviertelWestviertelBockland (ab V. Z.) • Westmark (ab V. Z.)

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