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Aragorn II.

Aus Ardapedia

Begriffsklaerung.png Dieser Artikel beschäftigt sich mit Aragorn II., Mitglied der Ringgemeinschaft und späterer König von Gondor und Arnor. Eine Beschreibung des Sohnes von Aravir ist unter Aragorn I. zu finden.
Aragorn II.
Aragorn II. in der Gestalt des Waldläufers Streicher.

Aragorn II. (Sindarin für ‚Königlicher Mut‘) war ein Mensch vom Stamm der Dúnedain. Er war der Sohn von Arathorn II. und Gilraen. Aragorn war Stammesführer der Dúnedain des Nordens und durch viele Generationen hindurch direkter Nachkomme Isildurs, des letzten Hohen Königs von Arnor und Gondor. Er wurde zur lebenden Legende, nachdem er die Heere des Westens im Ringkrieg gegen Sauron anführte, den Einen Ring zu zerstören half, die beiden Königreiche Arnor und Gondor wieder vereinte und, seit den Tagen Elendils, zum ersten Hochkönig aller Dúnedain gekrönt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Zeitangabe

  • geboren 1. März 2931 D.Z.
  • gestorben 1. März 120 V.Z. (er wurde 210 Jahre alt)
  • Hochkönig von Arnor und Gondor 3019 D.Z (122 Jahre Herrschaft)

Beschreibung

Aragorn, der sechzehnte Stammesführer der Dúnedain, hatte keine leichte Jugend. Nach dem frühen Tod seines Vaters Arathorn brachte seine Mutter Gilraen ihn nach Bruchtal, wo sich der Halbelb Elrond, ebenfalls ein Nachkomme Earendils, um seine Erziehung kümmerte. Er wurde unter dem Namen Estel (Sindarin für ,Hoffnung‘) aufgezogen. Sein wirklicher Name wurde geheimgehalten, denn die Weisen wussten damals, dass der Feind nach Isildurs Erben suchte. Im Alter von 20 Jahren erfuhr Aragorn, wer er wirklich war, und Elrond übergab ihm die Erbstücke seines Hauses: Barahirs Ring und das zerbrochene Schwert Narsil, das Szepter von Annúminas hielt Elrond jedoch noch zurück.

Während seiner Zeit in Bruchtal begegnete Aragorn Arwen, Elronds Tochter, und verliebte sich in sie. Aber so sehr Elrond seinen Schützling auch schätzte, widerstrebte es ihm doch zutiefst, seine Tochter einem Sterblichen zu überlassen, weshalb er seine Zustimmung zu ihrer Beziehung an die Bedingung knüpfte, Aragorn müsse zunächst zum Erneuerer der Vereinigten Reiche von Arnor und Gondor werden.

Aragorn zog daraufhin los und leistete unter dem Decknamen Thorongil (Sindarin für ‚Adler des Sterns‘) viele Jahre Kriegsdienste als Feldhauptmann in Rohan unter König Thengel und Gondor unter Ecthelion II., dem vorletzten regierenden Truchsess. Den Namen Thorongil erhielt er vom Volk auf Grund einer silbernen Brosche in Form eines Adlers, die er trug. Durch guten Rat und erfolgreiche, oft tollkühne militärische Aktionen machte sich Aragorn beim Volk und Ecthelion beliebt. Denethor II., Ecthelions Sohn (und später im Ringkrieg Truchsess), stand Thorongil abneigend gegenüber, da er wahrscheinlich dessen wahre Identität erahnte.

Als Thorongil gab Aragorn dem Truchsess immer wieder den Rat, auf die Stärke von Umbar zu achten und es nicht zu stark werden zu lassen, denn die Korsaren stellten eine große Gefahr dar. Ecthelion stimmte Aragorns Plan zu, eine kleine Armee aufzustellen. Mit kleinen Booten drangen er und seine Männer in den Hafen von Umbar ein und verbrannten unter geringen Verlusten einen großen Teil der Korsarenschiffe. Statt zu der für ihn vorbereiteten Siegesfeier zu erscheinen, schickte Aragorn dem Truchsessen die Nachricht, dass ihn nun andere Aufgaben erwarteten und er viele Gefahren durchstehen müsse, bevor er nach Gondor zurückkehren würde.

Aragorn erfuhr zu dieser Zeit von seinem alten Freund, dem Zauberer Gandalf, dass der Eine Ring wieder gefunden worden war. In Bree machte er unter dem Namen Streicher die Bekanntschaft des Ringträgers Frodo Beutlin und brachte ihn und seine Freunde heil zu Elrond nach Bruchtal.

Erst als Mitglied, später als Anführer der Gemeinschaft des Ringes reiste er danach nach Mordor, konnte aber den Zerfall der Gruppe bei den Wasserfällen des Rauros nicht verhindern. Mit den verbliebenen Gefährten ging er zunächst nach Rohan. Dort spielte er eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Zauberer Saruman, der Rohan unter seine Herrschaft bringen wollte. Nachdem dieser Krieg gewonnen war, ritt Aragorn über die Pfade der Toten und rief am Stein von Erech, unter Berufung der alten Treueeide, die einst von den Bergbewohnern gebrochen worden waren, ein Heer zusammen, eroberte damit die Flotte der Korsaren bei Pelargir und erschien in der Stunde der höchsten Not auf dem Pelennor. Aragorns Eingreifen war maßgeblich für den Ausgang der Schlacht. Im Kampf wurde das Banner des Königs, das seit Elendils Zeit kein Fürst mehr getragen hatte, wieder entrollt, und Aragorn trug den Stern der Dúnedain an der Stirn. Er betrat die Stadt Minas Tirith unerkannt und leistete Dienste als Heiler, indem er die Pflanze Athelas als Medizin gegen den Schwarzen Atem der Nazgûl verwendete.

Nachdem er die Truppen Gondors und Rohans zur Schlacht am Morannon zum Sieg geführt hatte und der Ring zerstört wurde, wodurch Sauron besiegt war, wurde Aragorn unter dem Namen Elessar (Quenya für ,Elbenstein‘) zum König von Gondor und Arnor gekrönt, wobei er den Eid Elendils erneuerte, und konnte schließlich um die Hand von Arwen anhalten. Als Hoher König regierte Aragorn das Wiedervereinigte Königreich 122 Jahre edel und weise. Von allen Nachkommen Elendils soll er diesem am ähnlichsten gewesen sein. Arwen schenkte ihm einen Sohn namens Eldarion, und mehrere Töchter, die aber nicht namentlich erwähnt werden.

Filmtrilogie

In der Filmtrilogie wird Aragorn von Viggo Mortensen verkörpert. In der deutschen Fassung wird er von Jacques Breuer gesprochen.

Namen und Titel

  • Als König wurde er Elessar (Quenya elen-sar ‚Elbenstein‘) genannt (auch Sindarin Edhelharn, von edhel-sarn).
  • Streicher (engl. Strider) wurde Aragorn von den Bewohnern des Breelandes genannt, als er als Waldläufer unterwegs war. Dieser etwas schäbige Name drückte die Unwissenheit und das Misstrauen der Bewohner von Bree gegenüber des Waldläufern aus, die Isildurs Erben nicht zu erkennen vermochten und ihn für einen zwielichtigen Wegelagerer hielten. Frodo, Sam, Pippin und Merry lernen ihn dort unter diesem Namen kennen und redeten ihn, zum Erstaunen vieler Könige und Edelmänner, im weiteren Verlauf der Geschichte auch konsequent weiterhin mit diesem Namen an.
  • Telcontar ist die Quenya-Übersetzung von Streicher und bedeutet soviel wie Schreiter (auch das englische Strider bedeutet soviel wie Schreiter). So nannte Aragorn sein Haus, das er nach dem Ringkrieg als König gründete.
"Aber Streicher soll der Name meines Hauses sein, wenn es je gegründet wird. In der Hochsprache wird es nicht übel klingen, und Telcontar werde ich sein und alle Erben meines Leibes"
Der Herr der Ringe: Sechstes Buch, Kapitel "Das Feld von Cormallen"
  • Estel (Sindarin/Quenya: Hoffnung) hieß er in seiner Jugend in Imladris bis er zwanzig Jahre alt wurde. Sein wirklicher Name und Stammbaum wurde auf Wunsch der Weisen geheim gehalten, da sie wussten, dass Sauron nach einem Erben Isildurs suchte, so es denn auf Erden einen gäbe. "Ónen i-Estel Edain, ú-chebin estel anim" (Sindarin: "Ich gab den Menschen Hoffnung, ich behielt keine Hoffnung für mich") war der berühmte Ausspruch Aragorns Mutter.
  • Unter dem Namen Thorongil diente er Thengel von Rohan und Ecthelion II. von Gondor. Der Name bedeutet Eagle of the Star (englisch), und wurde Aragorn wegen seiner Schnelligkeit, seiner hervorragenden Sicht und dem silbernen Stern, den er getragen hatte, gegeben.
  • Bilbo nannte ihn nach seinem Volk Dúnadan (Westmensch).
  • Éomer nannte ihn Flügelfuß.
  • Lutz Farning nannte ihn Langbein.
  • In den Häusern der Heilung nannte man ihn Envinyatar (der Erneuerer), weil er es vermochte Menschen zu heilen.

Sonstiges

  • Das Rätsel über Streicher im Herrn der Ringe bezieht sich nach eigenen Angaben auf ihn.
  • Der "Königsbrief" von Aragorn an Sam, den Tolkien aus den Anhängen streichen musste.
  • In den Filmen wird der Begriff "Hoffnung" häufig in Anspielung auf Aragorns Jugendnamen "Estel" gebraucht (z.B. "Noch gibt es Hoffnung").

Links

Quellen

  • J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1978. (Im Original erschienen 1977 unter dem Titel The Silmarillion.)
    • Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter
  • J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970. (Im Original erschienen 1954/55 unter dem Titel The Lord of the Rings.)
    • Zweites Buch, ab dem Zehnten Kapitel: Streicher
    • Anhang A: „Annalen der Könige und Herrscher“. I Die Númenorischen Könige
  • J. R. R. Tolkien: The Peoples of Middle-earth. (The History of Middle-earth, Band XII.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. HarperCollins, London 1996.
    • Foreword, S. xii
    • Part One: „The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings“. VII. „The Heirs of Elendil“, S. 192–196.


Die Gefährten
Vorgänger König von Gondor Nachfolger
Earnur 3019 D.Z. – 120 V.Z. Eldarion
Vorgänger König von Arnor Nachfolger
Earendur 3019 D.Z. – 120 V.Z. Eldarion
Vorgänger König des wiedervereinigten Königreichs Nachfolger
Isildur 3019 D.Z. – 120 V.Z. Eldarion
Vorgänger Stammesführer der Dúnedain Nachfolger
Arathorn II. 2933 – 3019 D.Z. keiner
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