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Åke Ohlmarks

Aus Ardapedia

Åke Joel Ohlmarks, geboren am 3. Juni 1911 in Kristianstad, Schweden, gestorben 1984 in Crist di Niardo, Italien, war ein schwedischer Autor, Übersetzer und Religionshistoriker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kurzbiographie

Herr Ohlmarks war von 1941 bis 1945 Lektor an der Universität Greifswald, wo er 1944 mit dem Theologen Wilhelm Koepp das Religionswissenschaftliche Institut in Greifswald begründete.

Zu seinen wichtigsten Forschungsbeiträgen gehörten die 1939 erschienenen Studien zum Problem des Schamanismus.

Åke Ohlmarks übersetzte die isländische Edda ins Schwedische, übertrug den Koran und übersetzte Werke von Autoren wie William Shakespeare, Dante Alighieri und Michel de Nostredame (Nostradamus).

[Bearbeiten] Der Herr der Ringe-Übersetzung

Zu seinen umstrittensten Übersetzungen zählt jedoch die schwedische Erstübersetzung des Herrn der Ringe (Sagan om Ringen, 1959–61), die vor allem durch J. R. R. Tolkien selbst einiger Kritik ausgesetzt war. Ohlmarks hatte Tolkien über den schwedischen Verleger Almqvist & Wiksell Förlag AB einen Brief und eine neunseitige Liste mit Namensänderungen des Herrn der Ringe zukommen lassen. Tolkien war nicht gerade begeistert vor allem, weil die schwedische Übersetzung bald erscheinen sollte und ihm auch privat die Zeit fehlte sich mit dem Problem Übersetzung kurzfristig und in aller Eile auseinadersetzen zu können.[1] Der beiliegende Brief hatte eher wenig mit der Übersetzung zu tun und war im belehrendem Ton geschrieben, was Tolkien zu folgender Äußerung brachte:

Trotzdem bleibt mein Eindruck der, dass Dr. Ohlmarks ein eingebildeter Mensch ist und weniger kompetent als der nette Max Schuchart, obwohl er eine viel höhere Meinung von sich hat.

— J. R. R. Tolkien: aus einem Brief (Nr. 204) an Rayner Unwin vom 7. Dezember 1957[2]

Ohlmarks Namensänderungen verrieten tatsächlich, dass er sich eher wenig mit der Materie (Anhänge usw.) beschäftigt hatte. So fanden sich auf der Liste einige klare Irrtümer:

  • Ford of Bruinen = Björnavad (Bärenfurt) (wohl abgeleitet von Master Bruin = Meister Petz)
  • Archet = Gamleby (altes Dorf) (wohl abgeleitet von archaic = archaisch)
  • Mountains of Lune (Ered Luin) = Månbergen (Mondberge) (wohl abgeleitet von luna = Mond)
  • Gladden Fields = Ljusa slätterna (lichte Ebene) (wohl abgeleitet von glade = Lichtung)
  • Rivendell = Vattnadal (Wassertal) (wohl abgeleitet von river = Fluss)
  • Esgaroth = Snigelöv (Schneckenreste) (wohl abgeleitet von französisch escargot = Schnecke)
  • Quickbeam = Snabba solstrålen (Schneller Sonnenstrahl) (wohl abgeleitet von beam = Lichtstrahl)

Vielfach übertrug Ohlmarks auch Namen wie Isengard im Buchverlauf verschieden, so wechselt die Beibehaltung des Originalnamens Isengard mehrfach mit den Übertragungen Isengård, Isendor oder auch Isendal.

Tatsächlich besserte sich Tolkiens Meinung über Ohlmarks durch eine gemeinsame Korrespondenz nicht, in erster Linie wohl, weil Ohlmarks ein Vorwort zu seiner Der Herr der Ringe-Übersetzung geschrieben hatte, das teilweise verfälschende Interpretations- und Biografieansätze enthielt, die Tolkien in einem Brief vom 23. Februar 1961 kommentierte.

Eine neue Übersetzung des Herrn der Ringe von Erik Andersson und Lotta Olsson erschien 2004.

Åke Ohlmarks schrieb 1982 das Buch Tolkien och den svarta magin (Tolkien und die Schwarze Magie), in welchem er einer Verschwörunstheorie nachging, nach der Tolkien und die Tolkien Fangemeinde in Verbindung zu Nazi-Okkultismus stehen.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Tatsächlich brachte Ohlmarks etwas unkoordiniertes Vorgehen Tolkien auf die Idee zukünftigen Übersetzern eine Übersetzungshilfe zur Verfügung zu stellen (Nomenclature of The Lord of the Rings).
  2. J. R. R. Tolkien: Briefe. Klett-Cotta, Stuttgart 1991. Seite 345.

[Bearbeiten] Quellen

  • Wikipedia (siehe auch englischer Artikel)
  • Translations of The Lord of the Rings
  • J. R. R. Tolkien: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Humphrey Carpenter mit der Hilfe von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1991. (Im Original erschienen 1981 unter dem Titel Letters of J. R. R. Tolkien.), Briefe Nr. 204 (und Anmerkungen) sowie 228.
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